Mozart+
Sonderkonzert des Schwarzwald Musikfestival am 22. Januar 2010, Schwarzwälder Bote vom 25. Januar 2010
Konzertabend bietet »Mozart +«
Von Gabriele Adrian
Freudenstadt. Einen schönen Konzertabend bot die Junge Münchner Philharmonie unter Stabführung von Mark Mast im Freudenstädter Kurhaus. »Mozart +« stand auf dem Programm. Man durfte gespannt sein, was sich hinter dem Titel verbirgt.
Sichtlich freute es Mark Mast, dass sich ein großes Publikum eingefunden hatte; darunter auch eine Schar von Kindern und Jugendlichen, die zuvor schon an der Probe teilgenommen hatten, was den Dirigenten veranlasste, auf verstärkte Bemühungen um die Jugend aufmerksam zu machen.
Die Junge Philharmonie München, 1996 als Projektorchester für Musikstudenten und junge Profis gegründet, bot das Konzert für Flöte und Orchester Nr. 2 in D-Dur, KV 314 von Wolfgang Amadeus Mozart sowie die bekannte Jupiter-Sinfonie des Komponisten. Als Kontrast wurde ein Konzert für Kontrabass und Orchester mit dem Titel »Quarz Spiele auf der Suche nach Mozart« geboten, das von der 1953 geborenen rumänischen Komponistin Violeta Dinescu extra für den jungen Solisten Thierry Roggen komponiert worden war.
Mit dem Flötenkonzert fühlte sich das Publikum zunächst geradezu verwöhnt von der eingängigen Musik Mozarts. Perfekt spielte Sarah Gruber ihre Querflöte. Leicht und locker muteten die Tonfolgen an. Präzise und völlig frei spielte die Solistin ihren Part, harmonisch mit dem Orchester abgestimmt, sicher und souverän in ihren Solobeiträgen.
Stark war der Gegensatz des folgenden modernen Musikbeitrags von Violeta Dinescu. Thierry Roggen spielte eindruckvoll virtuos den Kontrabass und eine Musik, die aus sieben Abschnitten bestand, die ineinander zu fließen schienen. Der Kontrabass habe eine erzählende Funktion, das Orchester, nun um weitere Bläser und ein imponierendes Schlagzeugensemble erweitert, versinnbildliche Naturphänomene, so Mast. Tatsächlich konnte man sich den Wald mit Wispern, Rascheln, Rauschen und Wind durchaus vorstellen sowie auch weite Landschaften. Geheimnisvoll und rätselhaft kamen die Weisen daher, wunderbar vom Solisten interpretiert.
Nach der Pause folgte die berühmte Jupiter-Sinfonie, ein Ohrenschmaus der Extraklasse, auf den sich alle gefreut hatten, perfekt und voll Hingabe geboten. Noch eine Überraschung hatte Mark Mast zu bieten, eine Uraufführung ganz besonderer Art: Ein »Andante für Streicher«, komponiert von Thierry Roggen, das einen gelungenen Abschluss eines stimmungsvollen Konzertabends bot.










